Anke Hauswirth schafft filzige Verbindungen

Anke Hauswirth hat schon viel von der Welt gesehen bevor sie im Tal der Loreley gelandet ist. All diese Eindrücke und Erlebnisse, die schöne Landschaft und die besonderen Farben der Loreley und auch ihre vorherige Arbeit in der Landwirtschaft spiegeln sich in ihrer Filz-Kunst wider. Es hat schon eine gewisse Faszination, wie die Wollfasern beim Filzen ein neues Bild ergeben und zu einer besonderen Struktur zusammenfließen. 

Anke Hauswirth lebt und wirkt in ihrem Atelier im Tannenhof

Auf einem Bauernhof in Bogel, dem Tannenhof, den die Familie ganz zufällig gefunden hat, entstand ein Atelier in dem Anke Hauwirth kreativ mit Filz echte Kunstwerke kreiert und Filzkurse anbietet. Hier lebt sie ihren Traum mit ihren Tieren, den drei Kindern und ihrem Mann.

Durch ihre Hände und ihre Ideen wird der Filz in eine ganz neue Form gebracht. Es entstehen bunte Masken, Taschen, Hüte und Kraken bis hin zu kleinen Ringelwürmchen aus der Filzwolle. „Filzen sorgt für eine besondere Verbindung“, erklärt Anke Hauswirth. 

Die Leidenschaft für die Gestaltung begleitet die Künstlerin bereits ihr ganzes Leben. Kein Waldspaziergang, bei dem sie nicht kleine Äste, Steinchen oder auch Holzstücken sammelt um daraus eine individuelle Skulptur zu formen. 

Kreative Objekte von Angora und Schaf

Durch einen Zufall kam Anke Hauswirth zur Filzkunst. Durch die Verarbeitung der Wolle von ihren Schafen und Angorakaninchen entstanden ihre ersten Filzobjekte. Die Woll- bzw. Filzfaser hat dabei ihre ganz eigenen Gesetze. Sie reagiert auf die Behandlung mit Seife, Wasser und Berührung. 

Die Schafe und Kaninchen werden regelmäßig in liebevoller Handarbeit geschoren. 

„Ich verarbeite das Material intuitiv durch streicheln, reiben, walken und kneten“, erklärt die Künstlerin. Stück für Stück entsteht dabei nicht nur eine ganz neue Form. Für Anke Hauswirth hat das fertige Objekt auch eine neue Bedeutung. Aus dem Tierfell wurde beispielsweise ein Behälter, eine Pflanze, ein Fisch oder ein anderes Tier. Die Wolle hat somit eine Transformation erlebt. 

Die Arbeit mit Filz erfordert Fingerspitzengefühl und Kraft

„Die Arbeit mit Filz ist für mich ein Gefühl, ein schönes Gefühl, ein körperliches Gefühl. Erst ist das Material ganz zart und weich. Ich bearbeite die Wolle mit angenehm warmen Wasser und die glatte Seife gleitet durch meine Hände. Ich gehe mit der Wolle sehr vorsichtig und achtsam um. Dann werden die Griffe kräftiger und zum Abschluss wird der Druck für den letzten Schliff noch einmal richtig erhöht“, erklärt Anke Hauswirth ihre Arbeit. 

Außerdem fasziniert sie das Filzen. Das vermeintliche Chaos, die Unordnung bunter Fäden zu einer festen neuen Struktur zu verhelfen bietet einen ganz eigenen Reiz. Im Vergleich spricht die Künstlerin bei ihrer Arbeit auch von einem Neugeborenen. 

Kunst trifft Handwerk

Regelmäßig nimmt Anke Hauswirth auf dem Nastätter Bauhof an der Ausstellung unter dem Motto „Kunst trifft Handwerk“ teil. Organisiert von der Stadt Naststätten, wird der alte Bauhof zu einer abwechslungsreichen Künstlerstätte, auf der viele Kunstschaffende ihre Werke ausstellen. Mit dabei Malerei, Faser- und Holzkunst, Keramik, Bronzeguss, Fotografie, Schmuck- und Kieselgestaltung.